Ausstellungen im ATELIERFRANKFURT

MONOCHROM BLAU
Im Projektraum des Atelierfrankfurt stellt der Konzeptkünstler Peter Kammer Mucke, Osnabrück, die Installation „Monochrom Blau – Schaffenskraft – Eitelkeit – Geldgier?“ aus.

Monochrom Blau ist für ihn eine Leidenschaft: „Wenn ich großflächig die Farbe auftrage, geht mir so viel Positives durch den Kopf. Dieses Blau ist für mich eine tiefe Inspiration, seine leuchtende Kraft flutet mich.“ Die Emulsion UltramarinblauY3 von kt.color Schweiz ist auf mit Hanf bespannte Holzkreise und -ringe aufgetragen. Sie sind auf mit Marmormehl geweißten Stahlplatten variabel befestigt. Die Installation kontrastiert Monochrom Blau, das in dieser Variation urspünglich von Yves Klein durch ein Patent reglementiert wurde, mit der Farb- und Formensprache des Bauhaus. Das Bauhaus stand in seiner Weimarer Zeit für Kunst und Produkte, die für alle gesellschaftlichen Schichten verfügbar und nutzbar sind – Volksbedarf statt Luxusbedarf.

Sind Kunst, Farbe, Saatgut und Impfstoffe öffentliche Güter, die im Sinne des Bauhaus frei zugänglich für alle Völker und Bevölkerungsschichten sind? Oder müssen Güter und Entwicklungen, die viel Geld und Mühe gekostet haben, im Sinne von Yves Klein patentiert und somit deren Nutzung reglementiert werden? Die Installation greift durch die Gegenüberstellung zweier Konzepte Grundkonflikte der Patentierung auf. Felix Litschauer, medico international, wird am Samstag in einem Kurzvortrag über Patente im Globalen Gesundheitswesen sprechen.

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POP UP KUNST
Eine Ausstellung dreier Kunstschaffenden, die im Rahmen des Osthafen-Festivals erstmalig gemeinsam präsentieren und dabei eine erstaunliche Vielfalt sichtbar werden lassen. Peter Kammer Mucke verantwortet diese Ausstellung. „Pop Up“ bedeutet hier kurzfristig, frei gestaltet und zugespitzt.

Ivanka Möllmann, Braunschweig, zeigt in ihren Bildern teils surreale Welten und wirft damit Fragen auf: Wo stehe ich? Vor den Bergen – oder daneben, oder weit darüber? Und wo stehen eigentlich die Berge? Was denkt ein Affe? Kann er sich in Tagträumen verlieren, während er seiner Lieblingsmusik lauscht? Ihr Werk ist geprägt von Veränderungen im eigenen Leben sowie von Eindrücken und Erfahrungen durch das Bereisen ferner Länder. Diese bilden die Inspiration für ihre neueren Arbeiten, die im Rahmen der Ausstellung ebenfalls gezeigt werden.

Konrad Schmidt, Bodenheim, präsentiert Arbeiten aus einer Werkgruppe, die den Umgang mit Kartenmaterial in den Vordergrund stellt. Er will aufzeigen, dass ein planvoller Eingriff komplexe ungewollte Folgen hat. Schafft man schneidend eine neue Ordnung zum Beispiel durch Quadratur einer Landesgrenze, oder durch die Begradigung eines Flusses, so schafft man eine chaotische neue Umgebung. Deren Gestalt ist nicht von Vornherein absehbar, weil jedes ausgeschnittene Teil in eine neue Position gebracht werden muss. Die Peripherie zerfällt in Unordnung. Der rationalen Vereinfachungsform stellt sich ein bizarres Gebilde gegenüber. Betrachter:innen werden die Analogien selbst bilden.

Samuel A. Woodhall, Frankfurt am Main, befasst sich in dieser Ausstellung mit den unsichtbaren Sicherheitsstrukturen des Rennsports. Im Zentrum steht das Spannungsfeld zwischen Gefahr und vermeintlichem Schutz, das den Blick auf Sicherheit als fragile Konstruktion lenkt. Funktionale Elemente werden dabei nicht nur als technische Maßnahmen, sondern auch als Träger symbolischer und kultureller Bedeutung lesbar. Zwischen Kontrolle, Risiko und Inszenierung öffnet die Arbeit einen Raum für die Reflexion über Sicherheit als gesellschaftliches Konstrukt.

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THE POWER OF DIRT
Das Atelierfrankfurt stellt im Kutscherhaus Werke von Ben Gencarelle, Frankfurt am Main, aus.

Was an einem Medium als störend oder fehlerhaft empfunden wird, so beobachtete Brian Eno, wird unweigerlich zu dessen Signatur. Die verzerrte Gitarre ist der Klang von etwas, das zu laut war für das Medium, das es tragen sollte. Die gebrochene Stimme ist ein emotionaler Ausdruck, der zu mächtig war für die Kehle, die ihn freisetzte. Ben Gencarelle kannte das aus der eigenen Arbeit, lange bevor er es bei Eno gelesen hat. Dirt ist nicht nur Material. Es sind die Grenzen eines Mediums, und was in diesen Grenzen lebendig wird.

In „The Power Of Dirt“ überlagern sich Malerei, Text und Figur auf Leinwänden, die ihre eigene Geschichte nicht loslassen. Was am Ende sichtbar ist, hat den Gestaltungsprozess nicht bloß überlebt, es gedeiht darin. Figuren stehen in Räumen, die zu groß für sie sind, und es geht ihnen gut dort. Worte mischen sich ein, ohne sich zu erklären. Nichts davon löst sich auf. Es lebt. Dirt ist Beweis, Rückstand und Nährboden zugleich. Ohne Dirt wächst nichts.

ATELIERFRANKFURT © Klaus Weddig

ATELIERFRANKFURT © Klaus Weddig


Zeit & Location

Wann?
Sa. 14:00 20:00
So. 12:00 18:00

Wo?
ATELIERFRANKFURT

Kategorie?
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